25.05.2014
„Es hat die Stadt damals viel Überwindung gekostet, dem Thema Jugendarbeit Platz einzuräumen“, sagte Ortsvorsteher Werner Müll. Dass das vor 25 Jahren eine gute Entscheidung gewesen war, davon konnten sich die Besucher des Jugendkellers am Samstag überzeugen.
Kehl-Auenheim (ari). Mit kleinen Showeinlagen, Musik- und Tanzvorführungen machten die Jugendlichen des „Juke“ Auenheims am Samstagnachmittag im Hof der Grundschule auf sich aufmerksam. „Die haben sie sich alle selbst ausgedacht“, betonte die Leiterin der Einrichtung, Anika Jablinski. Sie legt großen Wert auf die Selbstbestimmung der Jugendlichen. Jedem, der Lust hatte, stand die kleine Bühne im Schulhof offen. Und sie wurde rege genutzt: So zum Beispiel vom 14-jährigen Dennis, der mit drei Bällen jonglieren kann. Er ist einer von rund 40 Stammgästen im Haus – und schätzt an der Einrichtung vor allem den Billardtisch und die Tischtennisplatte, wie er grinsend erzählte.
Der Jugendkeller Auenheim ist eine Einrichtung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Kehl für Zehn- bis etwa 20-Jährige.
Öffnungszeiten:
Mo 15:30 – 17:30 Uhr (ab 10 J.)
17:30 – 19:30 Uhr (ab 12 J.)
Mi 15:30 – 17:30 Uhr (ab 10 J.)
17:30 – 20:30 Uhr (ab 12 J.)
Fr 14:30 – 17:30 Uhr (ab 10 J.)
17:30 – 21:30 Uhr (ab 12 J.)
Telefon: 0 78 51 48 17 84
Den Jugendkeller gibt es jetzt seit 25 Jahren. Grund genug für Ortsvorsteher Werner Müll, auf „25 Jahre bewegte Geschichte“ zurückzublicken. Damals, sagte er, sei es nicht selbstverständlich gewesen, Jugendlichen einen Raum zu geben, den sie für ihre Interessen nutzen können. „Man dachte, die Vereinsarbeit wäre ausreichend“, sagte Müll, „aber heute sind wir schlauer“. Als 1987 die Zerstörungswut der Auenheimer Sprösslinge überhand nahm, sah sich der Ortschaftsrat gezwungen, diesen Überschuss an Energie in „gewisse Bahnen zu lenken“. Eine Lösung musste her, aber erst nach heftigen Diskussionen – über ganze zwei Jahre hinweg – habe man der Einrichtung eines eigenen Raumes im Keller der Grundschule für die jungen Leute zugestimmt, erinnerte sich Müll.
Damit war der „Juke“ Auenheim einer der ersten Jugendclubs in Kehl überhaupt. Anfangs übernahmen Ortschaftsräte die Aufsicht. 1991 wurde dann zum ersten Mal aus Haushaltsmitteln eine pädagogische Fachkraft eingestellt. Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano betonte in seiner Rede am Samstag, wie wichtig „eine gute und lebendige Jugendkultur“ sei. „Wenn Erwachsene Jugendlichen vertrauen, können ganz tolle Dinge entstehen“, sagte er – und sprach damit Anika Jablinski wie aus der Seele.
Die 35-jährige Leiterin des Jugendkellers setzt auf Teilhabe, nicht auf Bestimmung: „Wenn man es schafft, eine Beziehung zu den Jugendlichen aufzubauen, dass sie einen an ihrem Leben teilhaben lassen, dann kann man sehr viel erreichen“, sagte sie. „Und das hat hier super geklappt“. Umso schwerer fällt ihr nun der Abschied: Bis zum 30. September wird sie die Geschicke des „Juke“ lenken, um danach noch einmal „etwas anderes zu machen“, wie sie sagt. „Es war eine aufregende Zeit. Aber Veränderung gehört nun mal zum Leben.“
VON ANTJE RITZERT
