Die goldenen 20er Jahre

11.11.2014

Nach Leutesheim musste der Musikverein »Harmonie« Auenheim sein tolles Konzert am Samstagabend verlagern, weil die Auenheimer Halle unbenutzbar war. Und viele treue Freunde der Auenheimer Musiker waren ihnen in den Nachbarort gefolgt.

Kehl-Auenheim/Leutesheim. Die Gallier hatten nur Angst davor, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte, die Auenheimer mussten darum fürchten, dass dies das Hallendach tun könnte, es drohte herab zu stürzen. Mit diesem Vergleich benannte Philipp Küsgens, der mit vielen Infos durchs Programm des »Harmonie«-Konzertes führte, den Grund für das Auenheimer Konzert in Leutesheimer Umgebung.

Und kein Besucher aus Auenheim musste den Weg nach Leutesheim bereuen. Das Konzert, auf das der langjährige Dirigent Jean-Claude Eglin seine Musiker sorgfältig vorbereitet hatte, bot einen »Leckerbissen« nach dem anderen. Richtig süchtig auf den nächsten Hit konnte man werden, so farbig, lebendig und überzeugend klangen die Stücke von der Bühne. Und manchmal musste man die Musik gar nicht hören, Dirigent Eglin zelebrierte sie beim Dirigieren so, dass man sie schon ohne Ton hören konnte.

»Die goldenen 20er Jahre« war das Konzert betitelt worden. Dirigent und Musiker hatten sich auch im Stile der 20er-Jahre gekleidet, und aus dieser Zeit stammten alle Titel. Allesamt waren sie Ohrwürmer, schon beim Nennen des Titels erklang seine Melodie im Kopf. »Schlager, Jazz, Ragtime«, kündigte Küsgens an und mit »Mackie Messer« begannen die Musiker, wuchtig schmissig, jazzig, ganz aufregend und toll. Und so ging es den ganzen Abend: Viele Soli hatte Eglin in die einzelnen Lieder gearbeitet, selbst der Dirigent ließ schon mal was von sich hören, jedes Mal wurden die Solisten mit Beifall bedacht.

Das Palastorchester Auenheim

Eglin hatte für eine Einlage im Konzert ein Auswahlorchester im Stile von »Max Raabe und sein Palastorchester« eine Reihe von Instrumenten zusammengestellt, die dem Stil der damaligen Zeit entsprachen. Außerdem hatten die Auenheimer einen Sänger, den Tenor Andreas Heideker, eingeladen, der Raabes Lieder – verstärkt durch das Klavier mit Denis Steinmetz – den rechten Glanz verlieh, was ihm mit seiner schlanken klaren Stimme überwältigend gelang. Der Beifall für Sänger und Palastorchester war entsprechend.

Das Gesamtorchester der »Harmonie« Auenheim trat dann wieder mit Jazz-Märschen, »High Society« oder »St. Louis Blues« an und beendete erst nach vielen Zugaben einen aufregend schönen Musikabend in der ausgebuchten Leutesheimer Halle.

aus: Kehler Zeitung vom 11.11.2014

 
 

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