Politik soll langweilig sein? NEIN…

10.08.2015

So lautet der Titel eines der diesjährigen Ferienspassangebote Auenheims, welches von Ortvorsteherin Sanja Tömmes veranstaltet und geleitet wurde. Die Idee war ganz einfach: Jugendliche an das Thema Politik heranführen und Interesse wecken.

Der Ansturm war nicht überwältigend, aber dennoch trafen sich vier Mädchen auf der Auenheimer Ortsverwaltung um sich einen Einblick in die Arbeit der Verwaltung, des Ortschaftsrats und der Ortsvorsteherin zu verschaffen. Zu Beginn durften sie alle Räumlichkeiten besichtigen und ihnen wurde erklärt, welche Aufgaben die Ortsverwaltung für ihre Bürger leistet.

Im Trausaal konnten sie schon mal dort Platz nehmen, wo ansonsten nur das Brautpaar sitzen darf. Gegenüber im Sitzungssaal wurde es dann spannend: alle durften sich an den großen Sitzungssaal-Tisch setzen und die Ortsvorsteherin erzählte, wie die Sitzung abläuft. „Wie lange dauert eine Sitzung?“ „Wie viele Personen sitzen hier?“ „Wann dürfen sich die Bürger beschweren?“ „Wie viele Sitzungen finden hier statt?“ Um nur einige Fragen zu erwähnen, die plötzlich aus den vier Teilnehmerinnen nur so heraussprudelten.

Die Erkundung des Sitzungssaals

Die Fotos an der Wand der ehemaligen Bürgermeister Auenheims wurden noch interessanter, als klar wurde, dass man die Bilder umdrehen kann und sich auf der Rückseite Fotos des Stahlwerks verstecken. „Der Sitzungssaal wurde früher auch von den Badischen Stahlwerken genutzt “, erklärte Sanja Tömmes.

Weiter ging es dann im Büro der Ortsvorsteherin. „Wer ist eigentlich der Mann auf dem Auenheimer Wappen?“ fragte Lucie Britz. Das Bild an der Wand der Ortsvorsteherin zeigt den hl. Laurentius, Schutzpatron der Fischerzunft. Samara wollte wissen, was er in seiner Hand hält. „Das ist ein roter Rost und ein schwarzer Holzstock“, erklärte Lina.

Entdeckungen im Sitzungssaal
Das Amtszimmer der Ortsvorsteherin

Um das Panaschieren und Kumulieren zu erklären, wurde einfach eine Ortschaftsratswahl nachgespielt. Eigene Stimmzettel verschiedener Listen wurden erstellt und die Mädchen durften selbst Freunde bestimmen, die dann als Kandidaten auf den verschiedenen Listen gelandet sind. Im Anschluss wurde gewählt und die Auswertung ergab dann gleich die „Wahlsieger“. Aber was macht ein neu gewählter Ortschaftsrat eigentlich? Um welche Themen kümmert sich ein Ortschaftsrat? Die Teilnehmerinnen durften sich aus verschiedenen Themen des echten Ortschaftsrats selbst ein Beispielthema aussuchen.

Die Ortsfahne

Die Entscheidung fiel auf die Kindergartenplanung. Sanja Tömmes erklärte, seit wann man sich mit dem Thema befasst und verteilte auch eine echte Vorlage aus einer der vergangenen Sitzungen. Auch die Protokolle des Arbeitskreises durften eingesehen werden und so entfachte zwischen den Mädchen gleich die Diskussion, die bereits im richtigen Leben stattfindet: Kann man am jetzigen Standort eine Erweiterung um eine Gruppe schaffen und den Kindergarten entsprechend umbauen oder wird ein Neubau unumgänglich. Interessant war, wie die Mädchen plötzlich Pro und Kontra aufzählten. Kurz vor Schluss war klar: alle möchten am Thema dran bleiben und die 12- und 13-jährigen Mädchen möchten bei der nächsten öffentlichen Sitzung mit dabei sein, wenn es um den Kindergarten geht.

 
 

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