Festgottesdienst in Auenheim

03.11.2017

Einiges zu feiern gab es am Sonntag in Auenheim. Im Festgottesdienst ging es nicht nur um das Reformationsjubiläum, sondern auch um die neue Altarbibel, die von Ortsvorsteherin Sanja Tömmes übereicht wurde.

Zwei Tage vor dem eigentlichen Reformationsjubiläum wurde in Auenheim ein bunter Gottesdienst gefeiert. »Wir brauchen auch heute wieder eine Reformation«, stimmte Pfarrer Tobias Eckerter auf die Predigt ein, »damit die Menschen heutzutage wieder erkennen, wer Gott wirklich ist. Mit Gott als Fundament können wir in den Stürmen des Lebens bestehen.« Neben den Auswirkungen der Reformation vor 500 Jahren war auch die Trennung zwischen Kirche und Politik zentrales Thema in diesem Gottesdienst.

»Wir Christen haben eine gesellschaftliche Verantwortung«, betonte Ortsvorsteherin Sanja Tömmes. Sie führte aus, dass die meisten Menschen früher nicht lesen konnten und es auch noch keinen Buchdruck gab. So war es für die Kirche damals einfach, die Menschen zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Aber heute gibt es in fast jedem Haushalt eine Bibel, in allen erdenklichen Sprachen und doch sind viele Menschen weit von Gott entfernt. »Es macht mich traurig, dass weder an Gottesdiensten noch an Ortschaftsrat Sitzungen großes Interesse besteht«, so Tömmes. »Wie wäre es, wenn unsere Kirche morgen zu macht? Dann würden Sie sicher alle um ihren Erhalt kämpfen. Warum gehen Sie denn nicht einfach vorher hin?«, fand Tömmes klare Worte zur heutigen Situation – nicht nur in Auenheim. »In der Bibel finden wir klare Werte, mit denen wir auch politische Programme füllen können.« Zum Zeichen der Verbundenheit von Kirche und Politik überreichte die Ortsvorsteherin Pfarrer Tobias Eckerter eine neue Altarbibel. »Es ist unglaublich, was da alles zwischen zwei Buchdeckeln steckt«, schwärmte Eckerter.

Buch der Bücher 

»Es ist eine ganze Bibliothek mit Liebesgeschichten, Krimis, Gedichten und Gebeten rund um die Themen Liebe, Trauer, Verrat, Freundschaft und Liebe. In der Bibel können wir uns wiederfinden.« Er verglich das Buch der Bücher mit einem großen Gebäude mit vielen Räumen. »Manche Zimmer erschließen sich einem erst nach vielen Jahren«.

Symbolische Übergabe der Bibel von der politischen Gemeinde an die Kirchengemeinde Auenheims.
Symbolische Übergabe der Bibel von der politischen Gemeinde an die Kirchengemeinde Auenheims.

Zur Verdeutlichung, dass die Bibel auf der ganzen Welt verbreitet ist, wurden zusammen mit der neuen Altarbibel zahlreiche kleine Bibeln in den unterschiedlichsten Sprachen auf den Altar gelegt. »Kirchengemeinde und Ortschaft gehören zusammen, vielen Dank für diese Geste«, bedankte sich Eckerter bei Tömmes.  Musikalisch wurde der Gottesdienst von dem Projektchor »Das kunterbunte Kleeblatt« unter der Leitung von Ellen Oertel mitgestaltet. Der Kinderchor für diesen Gottesdienst entstand aus einer Zusammenarbeit von Kirche und Schule. Im Anschluss an den Gottesdienst war die Gemeinde noch zum gemeinsamen Bürgerbrunch im alten Rathaus eingeladen.

AUS: Kehler Zeitung
VON: Sabine Schafbauer (Text & Bild)

 
 

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