Bürgerversammlung

25.02.2019

Grundschule, Farrenstall, Kindergarten, Nahverkehr: Auenheims Ortsvorsteherin Sanja Tömmes zog auf der Bürgerversammlung vergangenen Freitag Bilanz.

So wenig die Ortschaftsratsitzungen von den Auenheimer Einwohnern besucht werden, umso voller ist dafür der Saal bei der jährlichen Bürgerversammlung. Umrahmt von den erfrischenden Liedern des Gemischten Chores und der Singing People, in Vorfreude auf Häppchen und Wein und viel Applaus – das Stelldichein der „Auener“ Einwohner ist ein bewährtes Format, den Bürgern brühwarm die neuesten Nachrichten aus dem Ort zu servieren.

Auch wenn einige davon nicht sehr erfreulich klingen. So verwies Ortsvorsteherin Sanja Tömmes auf den zweiten Rettungsweg in der Grundschule, der schon seit langem ansteht und seit der „Reißleinen“-Rede von OB Toni Vetrano Ende 2016 immer wieder verschoben wird. Ebenso die Toilettensanierung der Schule. „Im letzten Jahr hatte man uns zweimal versprochen, dass es nun endlich losgeht“, sagte Tömmes auf der Versammlung. „Einmal zu Pfingsten und einmal im Sommer. Wie haben nun Februar 2019 und es ist nach wie vor unverändert.“ Dabei läge die Verzögerung nicht an den finanziellen Mitteln, so Tömmes. Diese stünden schon seit Jahren zur Verfügung. „Es liegt am fehlenden Personal.“

Wie andere Kehler Schulen sei auch die Auenheimer Einrichtung ins Schulsanierungsprogramm aufgenommen worden. „Uns wurde wieder versprochen, dass der nun neu eingestellte Mitarbeiter im Gebäudemanagement sofort mit der Umsetzung beginnen wird.“ Dieses Versprechen wollte Tömmes jedoch nicht an die Auenheimer weiterreichen. „Ich kann nur noch hoffen“, sagte sie resigniert. Für die Grundschule Auenheim ist in den kommenden zwei Jahren eine Gesamtinvestition in Höhe von 1,2 Millionen Euro vorgesehen.

Auch beim Farrenstall hat sich die Situation kaum verändert. Tömmes hakte das Thema schnell ab, man merkte ihr an, wie leid sie es ist, immer die gleiche Leier vortragen zu müssen: „Das Geld wurde auch hier nach 2019 übertragen, so dass zumindest die Hoffnung nicht stirbt, dass das Versprechen eingehalten wird.“

Positive Nachrichten kommen hingegen aus dem Kindergarten. „Die Arbeiten sind in vollem Gange. Der beauftragte Architekt hat den Umbau gut im Griff“, verkündete Tömmes und merkte an, dass Fremdvergaben nicht zwangsläufig dazu führen müssten, dass es Probleme gibt. „Die beauftragten Firmen haben bisher gute Arbeit geleistet“, sagte sie. Das Richtfest soll Mitte März stattfinden. Das sanierte Gebäude wird aus drei Stockwerken mit vier Gruppenräumen und einem Küchenbereich mit Essensraum unter dem Dach bestehen. Ein Aufzug wird alle Etagen miteinander verbinden.

Zufrieden zeigte sich die Auenheimer Rathaus-Chefin auch mit dem neuen Nahverkehrskonzept der Stadt Kehl, das die Ortschaften besser an die Kernstadt anbindet. Das Konzept werde die Stadt etwa eine Million Euro jährlich kosten, so Tömmes. „Bitte nutzen Sie die Busse, damit wir dieses Konzept auch beibehalten können“, appellierte sie an die Bürger.

Wurden auf der Bürgerversammlung für ihre Blutspendedienste ausgezeichnet (v.l.): Jean-Francois Jezegou (25-mal gespendet), Matthias Funk und Sibylle Fien (10-mal) sowie Rolf Heidt (100-mal). Ortsvorsteherin Sanja Tömmes und Michael Krieger vom Auenheimer DRK übergaben die Ehrennadeln und kleine Präsente.
Wurden auf der Bürgerversammlung für ihre Blutspendedienste ausgezeichnet (v.l.): Jean-Francois Jezegou (25-mal gespendet), Matthias Funk und Sibylle Fien (10-mal) sowie Rolf Heidt (100-mal). Ortsvorsteherin Sanja Tömmes und Michael Krieger vom Auenheimer DRK übergaben die Ehrennadeln und kleine Präsente.

Ehrungen

Ortsvorsteherin Sanja Tömmes bedankte sich bei Claudia Heidt und Ines Beiser für die langjährige ehrenamtliche Organisation des Auenheimer Ferienspaßes. Im vergangenen Jahr konnte dank des Engagements der beiden Frauen bereits zum neunten Mal den „Auener“ Kindern ein umfangreiches und abwechslungsreiches Sommerferienprogramm geboten werden. Ebenso wurde Karl Otto Hagemeister auf der Versammlung geehrt. Der 90-Jährige war 27 Jahre lang Vorsitzender des DRK-Ortsverbandes und ist bis heute in der Seniorenarbeit des Verbandes tätig. Leonie Große erhielt das Jungmusiker-Leistungsabzeichen in Gold (Querflöte).

Dank an die Ortschaftsräte…

… aber nur an acht von neun Räten. Ohne den Namen Bernd Bechtold zu erwähnen, konnte sich Sanja Tömmes einen Seitenhieb gegen ihren Ratskollegen aus der CDU-Fraktion nicht verkneifen. Dieser liegt seit Jahren im Clinch mit seiner Ortsvorsteherin. „Ich danke den restlichen acht Ortschaftsräten für die Zusammenarbeit und auch den Respekt, den wir neun uns gegenseitig zollen“, sagte Tömmes auf der Versammlung. Das sei „elementar“ für ein gutes Miteinander. „Einer scheint dies nicht zu verstehen, dass es nur gemeinsam geht. Dass wir in einer Demokratie leben, wo es darum geht, dass die Mehrheit entscheidet.“

BERICHT & FOTO: Antje Ritzert

 
 

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