Neu im Kehler Gemeinderat: Sanja Tömmes

09.07.2019

Am 26. Mai haben die Kehler entschieden, wer sie in den nächsten fünf Jahren im Rathaus vertreten darf. Zehn Räte wurden neu ins Gremium gewählt, die wir unseren Lesern in einer kleinen Serie vorstellen. Letzter Teil: Sanja Tömmes (FWK).

Die Auenheimer Ortsvorsteherin Sanja Tömmes kennt man sowohl in Kehl als auch in Willstätt, wo sie im Februar zur Bürgermeisterwahl angetreten war. Diese Wahl hatte sie nicht für sich entscheiden können, im Kehler Gemeinderat hatte sie jedoch im Mai die Nase vorn: Mit 7484 Stimmen wurde sie zur Stimmenkönigin.

Nach dem Fraktionsvorsitz der Freien Wähler greift sie trotzdem nicht. Viel wichtiger als dieser Posten ist ihr, dass sie nun im Gemeinderat mitreden und mitbestimmen darf. Viel mehr Arbeit wird das für sie zunächst nicht bedeuten. Schon in den letzten fünf Jahren als Ortsvorsteherin von Auenheim hat sie sich durch die Gemeinderatsvorlagen durchgearbeitet und an jeder Sitzung teilgenommen.

Um zu lernen, was es alles umfasst, eine Verwaltungseinheit zu führen, hat sie im Rahmen eines »Kontaktstudiums« an der Hochschule Kehl die Grundlagen gebüffelt. »Haushaltsrecht, Verwaltungsrecht, Gemeindeordnung – das hat mir sehr geholfen, mich sicherer zu fühlen«, sagt die Kommunalpolitikerin. Eines ihrer Herzensthemen ist die klimafreundliche Mobilität. Mit dem Nahverkehrskonzept hat sie sich ausgiebig beschäftigt und ist darüber zur begeisterten Bus-Nutzerin geworden. »Ich finde, alle Gemeinderäte sollten mit dem Bus fahren«, sagt sie.

»Wir haben schließlich das Konzept entwickelt – und es ist wirklich zuverlässig und einfach!« Und günstig sei es obendrein: Die übertragbare Monatskarte für knapp 50 Euro benutzt die ganze Familie. Und wenn sie keiner braucht, nimmt Sanja Tömmes die Karte einfach mit ins Rathaus, wo sie sich jeder Bürger für eine Fahrt in die Stadt ausleihen kann.

In der aktuellen Freibaddiskussion sieht sie sich bestätigt: »Ich habe letztes Jahr schon vorgeschlagen, in Auenheim die Personenzahl auf 2000 zu begrenzen«, sagt sie. »In Frankreich wird das schließlich auch gemacht. Ich finde es gut, dass der OB jetzt durchgreift.« 

Heute die Premierie im Gemeinderat: Sanja Tömmes. ©Nina Saam
Heute die Premierie im Gemeinderat: Sanja Tömmes. ©Nina Saam

Beim Thema Finanzen möchte sie sich auf die Pflichtaufgaben wie Schulen, Kitas oder die Feuerwehr konzentrieren: »Wir müssen auf die Zukunft blicken«, warnt sie. »Wir können nicht nur investieren, wir müssen auch Rücklagen bilden.«

Vor zehn Jahren wurde Sanja Tömmes erstmals in den Ortschaftsrat gewählt, vor fünf Jahren wurde sie zur Ortsvorsteherin bestimmt. Nun wird sie nicht nur in den Gemeinderat einziehen, sondern auch in den Kreistag. Möglich ist ihr das nur, weil sie beruflich selbssttändig ist und sich ihre Zeit einteilen kann. »Der Ortschaftsrat war meine Einstiegsdroge«, bekennt sie. »Nun freue ich mich sehr auf die Arbeit im Gemeinderat.« Dabei ist ihr der Austausch über die Fraktionen hinweg und zwischen neuen und alten Räten besonders wichtig. Deshalb hat sie auch bei den Freien Wählern kandidiert: In der Kommunalpolitik sollte man nicht in Parteien denken, findet die 45-Jährige.


aus: bo.de
von: Nina Saam

 
 

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