Ein Dorf im Ausnahmezustand

30.07.2013

Ausklang in Auenheim: »Ein fantastisches Fest« endet, sagt Werner Müll / Viel Lob von den Gästen aus nah und fern

Die 1125-Jahr-Feier in Auenheim erreicht Sonntagabend nach zwei Tagen und drei Nächten ihren Höhepunkt und sorgte für stürmische Begeisterung.

Kehl-Auenheim. »Es ist unglaublich, wie das hier alles organisiert wurde. Dieses kleine Dorf ist so bezaubernd hergerichtet und die Stimmung ist einzigartig. Man sieht wirklich, dass alle Hände des Dorfes mit im Spiel waren.«
Die 26-jährige Musikstudentin Marie-Odile Molina aus Paris, die für ein Praktikum nach Straßburg gekommen ist, drückt aus, was viele Besucher nach diesem rauschenden  Dorffest am Sonntagabend mit nach Hause genommen haben: Den Kopf voller bunter Eindrücke nach zwei Tagen und drei Nächten intensiven Feierns. Dabei sind die Temperaturen des Festwochenendes genauso gemischt wie sein Kulturprogramm. War es am Freitag und Samstag die Sonne, die wirklich jeden hoffnungslos ins Schwitzen brachte, hätte man sich dieselbige am Sonntag zwischenzeitlich gewünscht. 

Der Sonntagmorgen  beginnt mit dem Frühschoppenkonzert des Musikvereins »Harmonie Leutesheim«, es folgen das Freizeitorchester des HHC Kork und die elsässische Musik- und Volkstanzgruppe »Concordia Meistratzheim«, die  Begeisterungsstürme bei den Zuschauern auslöst. Auch der Gesangsverein »Sängerbund Leutesheim« stößt auf viel Zuspruch, wie auch insgesamt die Beiträge aus den Nachbardörfern. »Auch Querbach ist gekommen. Es ist schön, sich untereinander regelmäßig auf diese Weise zu besuchen«, findet Ortsvorsteher Werner Müll.

Auf der Festmeile gibt es viele Angebote. »Man weiß gar nicht, für was man sich entscheiden soll bei der Auswahl«, meint eine Kehlerin. Die dezentrale Organisation des Festes geht auf. Jeder Hof hat eine  bestimmte Musikrichtung, jeder Verein seine Lokalität. Und dabei sind die Privathöfe, die die Bewohner zur Verfügung gestellt haben, so idyllisch und einladend, dass man gerne bei der einen oder anderen Familie bei Kaffee und Kuchen verweilt. Oder mit dem Sektglas von einem Stand zum nächsten schlendert.

Zäpfzoom
Zäpf

Die sehr erfolgreiche Kehler Tanzgruppe »Frantic Freaks« mit ihrer ausgefallenen Choreografie bringt dann wieder viel Bewegung ins Spiel und zieht die Jugendlichen in ihren Bann. Mit dem Auftritt des »Harmonikaorchesters Unzhurst« setzt plötzlich ein zweistündiger kräftiger Regen ein, was einige Leute in die Bushaltestelle treibt. Pünktlich zum Höhepunkt des Abends scheint dann wieder die Sonne: Die Rockband »Zäpf« mit ihrer »Boddeschwierer  Mundart«   präsentiert zum ersten Mal den eigens für Auenheim komponierten Song »Aumer«. So sieht man dann einen glücklichen Ortsvorsteher inmitten der Band auf der Festbühne schunkelnd, während ganz »Auene«, mit Wunderkerzen und Leuchtkörpern ausgestattet, stolz und mit vollem Stimmeinsatz mit dabei ist. Den Ausklang dieses unvergesslichen und intensiven Wochenendes hören die Besucher in Hildes Hof mit der »AH-Band & Freunde«.

Schlummern auf Heu

»Das war ein fantastisches Fest, von überall bekommen wir positives Feedback«, bilanziert Auenheims Ortsvorsteher Werner Müll. Auch die Vereine sind seinen Aussagen zufolge sehr zufrieden mit den Gästen gewesen. Einem Mann hatte es anscheinend so gut gefallen, verrät der Ortsvorsteher, dass dieser am Sonntagmorgen um 8 Uhr schlafend auf den Heuballen entdeckt wurde. Und nebenan drehte sich die Wildsau schon drei Stunden auf dem Grill.

 aus: Kehler Zeitumg vom 30.07.2013

 
 

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