Farbreste im Prestelsee

12.05.2019

Wo kommen die blauen Farbklekse im Prestelsee her? Die Fischerzunft Auenheim bittet die Dorfbewohner um Mithilfe bei der Suche nach dem Verursacher der Verunreinigung, bei der es sich vermutlich um Beschichtungsreste von Nassbehältern handelt.

Seit über einem Jahr schon wundert sich die Auenheimer Fischerzunft über Farbreste, die regelmäßig über den verdolten Wasserzulauf in ihr Pachtgewässer geschwemmt werden. „Immer im Frühjahr oder Sommer, wenn die schöne Jahreszeit anfängt, haben wir das Problem“, sagt Pierre Rosenfelder und zeigt auf eine Stelle am Ufer des Sees, wo sich gut erkennbar blaue Farbklekse auf dem Grund ein Stelldichein geben. Gleich daneben ist der Zulauf des Gewässers.
„Eigentlich heißt es ja, mit dem kommt nur Oberflächenwasser an“, so der Vorsitzende der Auenheimer Fischerzunft. „Aber das glauben wir nicht.“ Rosenfelder vermutet, dass es im verdolten Wasserablauf irgendwo noch einen alten Anschluss aus dem Auenheimer Gewerbegebiet gibt. Einem Experten zufolge handelt es sich bei den Verunreinigungen um mehrfarbige Reste, die von Schwimmbecken-Beschichtungen oder Anstrichen von Nassbehältern stammen. „Vom Auenheimer Freibad kommen sie aber hundertprozentig nicht, das haben wir schon geklärt“, sagt Rosenfelder.
Denkbar sei natürlich auch, so der Hobby-Angler, dass irgendein unwissender Bürger die Farbreste einfach in den Gully kippe. Der verdolte Wasserablauf beginnt in der Neudorfstraße. Polizeiliche Ermittlungen oder die Bemühungen der städtischen Behörden seien bisher ins Leere gelaufen, sagt er. Die Fischerzunft hofft jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerung.
Vor fünf Jahren hat der Verein rund 16 000 Euro in eine Umwälzpumpe im See investiert, um den Sauerstoffmangel und damit die Qualität des Gewässers in den Griff zu kriegen. Der laufende Betrieb der Anlage kostet die Fischer etwa 300 Euro im Jahr. 

Pierre Rosenfelder an der Stelle am Prestelsee, wo das Oberflächenwasser aus dem Industriegebiet in das Gewässer läuft. Links neben seinem Ellbogen sind deutlich die blauen Farbreste auf dem Grund zu sehen.
Pierre Rosenfelder an der Stelle am Prestelsee, wo das Oberflächenwasser aus dem Industriegebiet in das Gewässer läuft. Links neben seinem Ellbogen sind deutlich die blauen Farbreste auf dem Grund zu sehen.

„Wir versuchen einerseits, den See sauber zu halten, und auf der anderen Seite läuft uns da irgendwelches Zeug rein“, ärgert sich Rosenfelder. Wer Hinweise zur Quelle der Verunreinigung geben kann, den bittet er um Kontaktaufnahme. Er ist erreichbar über das Kontaktformular auf der Homepage der Fischerzunft Auenheim www.fischerzunft-auenheim.de


Text & Foto: Antje Ritzert

 
 

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